Silber und Nickel

Silber und Nickel

Silber wird schon seit circa dem 5. Jahrtausend v.Chr. verarbeitet.Im Mittelalter wurde Silbererz auch in deutschen Gebieten, wie zum Beispiel in Sachsen, Südschwarzwald und im Harz-Gebiet, entdeckt.Kurzzeitig wurde das Edelmetall sogar als wertvoller als Gold angesehen. Am meisten wurde das Edelmetall als Währung, sowie für die Geschirr- und Schmuckproduktion bevorzugt.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde Silber in großen Mengen von den Spaniern aus
Mittel- und Südamerika nach Europa gebracht. Jedoch sank der Silberwert weltweit aufgrund des gestiegenen Angebots. In Folge dessen wurde ab 1870 vorwiegend Gold als Währungsmetall verwendet. Aus rein wirtschaftlichen Gründen zog sich somit Silber immer weiter zurück. Dennoch ist heutzutage die Verwendung von dem Edelmetall Silber im dekorativen Bereich von großer Bedeutung.

Silber wird als Silbererz aus sogenannten Erzbergwerken gefördert. In den natürlich gebildeten Erzgängen tritt Silber meistens in Form von Körnern oder als drahtig verästeltes Geflecht auf. Die bedeutendsten Silbermienen befinden sich gegenwärtig in Mexiko, USA, Kanada, Peru und Bolivien. Silber ist zwar ein seltenes Element, dennoch tritt es ungefähr 20 Mal häufiger auf als Gold. Der aus den Silbererzen gewonnene Anteil an Feinsilber beträgt schätzungsweise nur ca. 20 %. In der Chemie gilt Silber als Edelmetall und das dazugehörige Elementsymbol „Ag“ leitet sich von dem lateinischen Wort „argentum“ ab.

Herstellung

Rohmaterialien Bei der Herstellung der versilberten Wohnaccessoires, werden Rohstoffe wie zum Beispiel Eisen, Messing oder Zinc Alloy verwendet. Um den verwendeten Materialien die gewünschten Formen zu verleihen, stehen drei verschiedene Prozesse zur Verfügung:

Formgebung durch

1. Sandguss: Bei diesem Vorgang wird ein Negativabdruck des gewünschten Produktes in sehr feinen Sand gedrückt und anschließend mit flüssigem Messing ausgegossen. Diese hergestellten Artikel werden komplett in Handarbeit gefertigt.

2. Spritzguss: Beim Spritzguss wird unter großer Hitze und Druck flüssiges Zinc Alloy in eine massive Eisenform gespritzt. Da diese schwere Form aus mehreren Teilen besteht, ist dementsprechend der Aufwand in der Herstellung sehr hoch. Abschließend folgt eine ausführliche Qualitätskontrolle.

3. Pressen: Bleche aus Messing oder Eisen lassen sich am Besten in eine Form pressen. Diese Bleche sollten maximal eine Stärke von 2mm aufweisen, damit diese gut verarbeitet werden können. Motive oder Aussparungen können im Nachhinein ausgestanzt werden. Das Ausstanzen wird ausschließlich in Handarbeit durchgeführt und erfordert gleichzeitig ein sehr gutes Augenmaß. Anschließend folgt auch hier eine ausführliche Qualitätskontrolle.

Montage

Schweißen und Löten

Eine große Anzahl an Produkten besteht aus mehreren zusammengesetzten Bestandteilen. Einer dieser Produkte ist beispielsweise das Rentier „Eric“, welches per Hand zusammengeschweißt, -gelötet und somit auch –montiert wird. Für diesen Vorgang werden zunächst alle Einzelteile geschliffen und gegebenenfalls entgratet, damit die einwandfreie
Passgenauigkeit der Bestandteile erreicht wird.

Schleifen

Im Folgenden Verlauf werden die Oberflächen der Artikel erneut aufwändig von Hand geschliffen, um die Schweißnähte zu glätten. Durch diesen Prozess kann es passieren, dass sich winzige Einschlüsse oder Bläschen öffnen. Diese Unregelmäßigkeiten werden aber erst oft nach dem Veredeln mit Silber sichtbar und daher ist ein erneuter Schliff unrealisierbar. Nachfolgend erfolgt die sorgfältige Qualitätskontrolle.

Weiterverarbeitung

Nachdem die Oberfläche der Erzeugnisse geglättet wurde, kann diese weiter verarbeitet werden. So können beispielhaft aufwändige Oberflächenstrukturen, wie die Hammerschlagoptik oder diverse andere Strukturen, per Hand ins Material eingearbeitet werden.

Veredelung

Die wichtigste Vorbereitung, damit das Veredeln der Produkte stattfinden kann, ist das gute Entfetten und die Entfernung von allen Staubkörnchen der hergestellten Objekte. Denn erst nach dem Veredeln werden alle Unreinheiten und Unebenheiten sichtbar und können nicht mehr behoben werden. Um dieses Vorzubeugen durchlaufen die Produkte mehrere Reinigungsbäder, damit diese im Nachhinein problemlos veredelt werden können.

Nachdem die Objekte gründlich gereinigt und alle Vorbereitungen getroffen worden sind, werden die Artikel in die Vernicklungs- und Versilberungsbäder getaucht. Je länger ein Produkt ein „Bad nimmt“ desto dicker ist im Anschluss die Silber- und Nickelschicht. Diese Schicht wird in Mikrometer (Mikron, μm) gemessen und ist für alle FINK Artikel festgelegt. Abschließend werden die veredelten Produkte feinpoliert.

Qualitätskontrolle

Nach jedem Arbeitsvorgang wird jeder einzelne Artikel ausführlich kontrolliert und gegebenenfalls noch einmal nachbearbeitet. Dennoch verleihen unregelmäßige Formen, Oberflächen oder andere Details, die während der handwerklichen Produktion entstehen können, jedem Produkte seinen individuellen Charme und zählen somit als einzelne Unikate.

Anlaufen und Anlaufschutz

Mit der Zeit verfärbt sich Silber und verliert somit seinen Glanz. Das ist die natürliche Reaktion von Silber, wenn es mit in der Luft gelöstem Schwefel in Berührung kommt. Je nach Umweltbelastung ist der Schwefelanteil in der Luft höher oder niedriger. Deswegen kann keine genaue Auskunft darüber gegeben werden, wie und wann genau das Produkt oxidiert und somit „anläuft.“

Um die schnelle Anlaufgefahr von Silber zu reduzieren und zu verlangsamen, werden alle FINK-Produkte im Anschluss an die Veredlung in ein Spezialbad getaucht. Des Weiteren kann das Anlaufen von Artikeln durchgehend vermieden werden, wenn das Produkt mit einem transparenten Zaponlack überzogen und anschließend eingebrannt wurde. Dieser Lack ist jedoch hochsensibel und kann seinen Schutz, beispielhaft durch einen Kratzer, verlieren. In diesem Fall würde der Artikel unter dem gesamten Lack oxidieren und anlaufen. Deshalb werden vorwiegend nur dekorative Produkte, wie zum Beispiel Fotorahmen oder Kerzenleuchter anlaufgeschützt. Im Nachhinein folgt eine weitere Qualitätskontrolle.

Qualitätssiegel

Als langanhaltendes Zeichen und Symbol für Design und Qualität bekommt jedes FINK-Produkt das exklusive FINK-Qualitätssiegel.

Silberpflege

Für eine erfolgreiche Pflege ist es unvermeidlich zu unterscheiden, ob ein Produkt anlaufgeschützt ist oder nicht. In erster Linie sind „dekorative Artikel“, wie zum Beispiel Leuchter und Bilderrahmen, anlaufgeschützt. Denn bei diesen Produkten ist das Risiko, dass die dünne Lackschicht durch den Gebrauch beschädigt wird, relativ gering.

Pflegeanleitung für versilberte Produkte mit Anlaufschutz

  • Mit einem weichen Tuch sanft abreiben
  • Vermeiden von scharfen Gegenständen oder Reinigungsmitteln
  • Produkte sollten große Hitze oder Sonneneinstrahlungen vermeiden
  • Produkte sind Spülmaschinen ungeeignet
  • Produkte ausschließlich nur mit lauwarmem Wasser behandeln

Pflegeanleitung für versilberte Artikel ohne Anlaufschutz

Silberartikel, welche mit Lebensmitteln in Berührung kommen oder auch andere diverse Silberprodukte, sind nicht anlaufgeschützt. Silber ohne Anlaufschutzversieglung reagiert mit in der Luft gelöstem Schwefel und als Resultat dieser Reaktion läuft Silber nach einer gewissen Zeit dunkel an. Diese Patina kann mit speziellen Silber Pflegemitteln durch sanftes polieren entfernt werden. Für die Reinigung von versilberten Produkten ohne Anlaufschutz empfiehlt FINK Ihnen spezielle Produkte aus der CARE-Pflegeserie.